Air streams and dartboards

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind … Sorry.

Ja, es geht voran. Nach vielem Ächzen und Mühen haben die Windströmungen ihr finales Aussehen. Ich habe schätzungsweise jeden Fehler beim Entwickeln begangen, den man machen kann, aber nun ist es gut und ich hab was draus gelernt.

Wind - gerade Tiles 2Nachdem mir klar war, dass ich die Krümmungen/Kurven der Winde als ›Windrad‹, also als einfachen Kreis darstellen kann, war die Heransgehensweise viel einfacher. Als erstes, sozusagen weil es der einfachste Schritt war, aber auch weil ohne die nichts ging, habe ich die unkomplizierten geraden Strecken erstellt. Die einfachen, unterschiedlich dicken weißen Streifen waren schnell gemacht.

Wind - RingerstellungSchon nicht mehr so einfach fand ich ihre Übertragung auf einen Kreis. Ort und Stelle, wo sich ein Streifen befinden soll und wie dick er ist, war recht schnell herausgefunden. Ich will ja 90 Grad-Kurven damit überbrücken. Ein gerades Tile wird an einer Seite des 90 Grad-Winkels angelegt. Mit der kreisförmigen Auswahl kann man die richtige Dicke abnehmen, die entstandenen Ringe werden mit Farbe gefüllt und das war’s.

Wind - großer KreisObwohl gekrümmt, sollten sie doch optisch genauso lang sein wie ihre Kameraden auf geradlinieger Flur. Aber wie sollte ich ihre Länge einteilen? Wie bei allen Tiles musste auch für den Kreis ein System entwickelt werden, welches garantiert, dass Verschiebungen gleichmäßig stattfinden und alles nahtlos aneinander anschließt. Die Systematik nennt sich Dartscheibe.

Wind - gerades Tile 3Der Viertelkreis ist in zwölf Segmente eingeteilt. Diese Unterteilung ist fein genug für meine Zwecke. Das gerade Tile wird ebenfalls unterteilt, aber in sechs Segmente. Ich lösche Segmente aus den noch durchgängigen Streifen und schäle die Struktur der Strömungen heraus. Dann kann ich sie auf den Windkreis übertragen. Ich schaue ganz genau wo ein Streifen anfängt und aufhört. Der Kreis ist so groß, dass auf dem Viertel, dass ich bearbeite, drei Tiles Platz haben. Genau genommen müsste ich dann nur ein Zwölftel des Kreises bearbeiten. Aber so ist es mir lieber.

Wind - kleiner KreisNachdem der große Kreis komplett ist, erstelle ich einen kleineren. Der wird mir ebenfalls helfen 90 Grad-Kurven zu machen, aber auf viel kleinerem Raum. Die Dartscheibe wird kopiert, aber durch den Größenunterschied muss ich für jedes Segment aus dem großen Kreis vier im kleinen nehmen. Hier kann man nun sehr gut beobachten, dass in einem Viertel des kleinen Kreises Platz ist für ein normales, gerades Tile. Mit diesen Unterschieden muss ich später, bei der Animation, umgehen.

Wind - VergleichWenn man sich das alles mal klar macht, wird vielleicht deutlich, wie dieses System der Dartscheibe eigentlich funktioniert. Die 12 lässt sich problemlos durch 1, 2, 3, 4 und 6 teilen. Die 6er-Einteilung des geraden Tiles wird in eine 4er-Einteilung für den großen Kreis umgewandelt. Und vom großen Kreis lässt sich wunderbar herunterzählen, was in ihm ein Segment ist, sind im kleinen Kreis gleich vier Segmente. Natürlich hätte ich auch eine neue Dartscheibe mit weniger Segmenten dafür erstellen können. Im Grund kommt es aber aufs Gleiche heraus.

Am Ende bin ich damit leider noch lange nicht. Als ich die Kreise komplettiere und sie spiegle, um auch die Gegenrichtung zu erzeugen, fällt mir auf, dass ich eine Idio- … dass ich die Sache nicht gründlich genug durchdacht habe. Die Streifen in den geraden Tiles hatte ich aufs Geradewohl platziert. Ein großer Fehler. Durch das Spiegeln und Aneinanderreihen unterschiedlicher Abschnitte ergibt es sich zwangsweise, dass die Außenseite der einen Richtung zur Innenseite der anderen Richtung wird. Und so hatte ich meine vielzitierte Nahtlosigkeit selber über den Haufen geschossen.

Ich hätte die Streifen symmetrisch anordnen müssen, mit der Symmetrieachse in der Mitte. Nun gut, was solls, nützt ja doch nichts. Also die eine Hälfte der Streifen gelöscht und den Rest symmetrisch angeordnet. Hier kam es zu weiteren Problemen, da ein symmetrische Anordnung auch immer statisch wirkt und die Kachelung um so stärker auffällt. Aber auch das war irgendwann ausgestanden, es konnte wieder rotiert und gespiegelt werden, und diesmal sah es prächtig aus.

Falls sich jemand fragt, was aus dem schönen Formelsystem geworden ist, mit dem ich 45-, 63,4- und 26,6-Grad-Winkel erzeugen wollte … Die Werte sind im Programm geblieben und werden auch benutzt, wie, das werde ich später erklären. Nur Tiles habe ich dafür keine erstellt. Die Rundungen der Luftströme sehen mit diesem Kreis-Verfahren wirklich schön aus. Man kann nicht jede beliebige Biegung realisieren, aber die Grafikdatei für das Windsystem ist so schon richtig riesig und eine Anforderung für jeden Videospeicher.

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